Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Abladeoptimierung der Fahrrinnen am Mittelrhein

Das Projekt



Für den Schiffsverkehr vom Ober- zum Niederrhein und umgekehrt bildet die Strecke zwischen Budenheim bei Mainz und St. Goar den abladerelevanten* Engpass. Sowohl unterhalb als auch oberhalb beträgt die freigegebene Fahrrinnentiefe für die Schifffahrt 2,10 Meter unter dem Gleichwertigen Wasserstand (GlW**). Im Projektgebiet liegt die freigegebene Fahrrinnentiefe jedoch nur bei 1,90 Meter. An vielen Tagen im Jahr wird die Transportkapazität der passierenden Schiffe deutlich eingeschränkt – und dies auf der gesamten Route des Schiffes bis zum Zielhafen (beispielsweise von Rotterdam bis nach Ludwigshafen).

Grund für die niedrigere Fahrrinnentiefe sind hauptsächlich lokale Tiefenengstellen. Die Projektstrecke gliedert sich in drei Teilabschnitte (TA):

  • TA 1: „Oestrich“ und „Kemptener Fahrwasser“
    Rhein-km 508,0 bis 528,0
  • TA 2: „Lorcher Werth“ und „Bacharacher Werth“
    Rhein-km 528,0 bis 547,5
  • TA 3: „Jungferngrund“ und „Geisenrücken“
    Rhein-km 547,5 bis 557,0

Lokale Tiefenengstellen Lokale Tiefenengstellen

Im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans 2030 wurde das Projekt „Abladeoptimierung der Fahrrinnen am Mittelrhein“ in die höchste Kategorie der neuen Projekte („Vordringlicher Bedarf – Engpassbeseitigung“) eingestuft. Mit dem im Dezember 2016 in Kraft getretenen Bundeswasserstraßenausbaugesetz wurde der Bedarf für das Projekt per Gesetz festgestellt. In diesem Sinne soll eine Verbesserung der wirtschaftlichen Befahrbarkeit des verkehrlich bedeutsamen Streckenabschnitts erfolgen, unter gleichzeitiger Verbesserung der örtlichen und überregionalen Sohlstabilität.

Träger des Vorhabens (TdV) ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Rhein, das im Rahmen der Ämter-Neuorganisation aus den vorherigen Ämtern Bingen, Köln und Duisburg-Rhein entstanden ist.

Die aktuellen Planungen sehen zum einen vor, eine größere Fahrrinnentiefe für die Schifffahrt bezogen auf den GlW zu erreichen. Das bedeutet eine Erhöhung der Fahrrinnentiefe bei Niedrigwasser von 1,90 Meter auf 2,10 Meter. Zum anderen geht es darum, die Verhältnisse für die Schifffahrt bei Mittelwasser zu verbessern. Da Mittelwasser im Laufe des Jahres häufiger ansteht als Niedrigwasser, sind die positiven Effekte für die Schifffahrt entsprechend größer.

Die Fahrrinnentiefe zu optimieren bedeutet hierbei jedoch keinesfalls, den Mittelrhein großflächig zu vertiefen. Es geht vielmehr darum, örtlich wasserspiegelstützende Maßnahmen und moderate Sohlanpassungen durchzuführen.

Das Projekt befindet sich noch in einem frühen Stadium. Das WSA Rhein führt zurzeit Voruntersuchungen durch, um technisch mögliche wasserbauliche Maßnahmen zu entwickeln.

Zur Erörterung der vielfältigen Aspekte des Projekts fand von Ende 2017 bis Anfang 2019 eine so genannte „Konsultationsphase“ statt. Diese wurde inhaltlich und organisatorisch von einem Fachbüro begleitet.

* Abladung: Um sich bei einem Schiffer nach dem Beladungs­zustand zu erkundigen, stellt man die Frage: „Wie tief hast Du abgeladen?“ Je mehr Ladung ein Schiff transportiert, desto größer ist dessen Tiefgang, desto tiefer liegt es im Wasser. Eine zu geringe Wassertiefe führt dazu, dass der Schiffer sein Schiff nicht voll abladen und die Transportkapazität nicht vollständig nutzen kann.

** GlW: Im „freifließenden Rhein“ wechselt, anders als bei­spielsweise in einem Kanal, die für die Schifffahrt zur Verfügung stehende Wassertiefe. Der Gleichwertige Wasserstand (GlW) bezeichnet einen bestimmten Wasserstand bei Niedrig­wasser, von dem aus die relevanten Wassertiefen des Rheins ermittelt werden.

Zusatzinformationen

Die wichtigsten Dokumente zum Download

Gesamtdokumentation Konsultationsphase

Prozessvorstellung und Ergebnisse

Broschüre zur Abladeoptimierung Mittelrhein

Informationen zu nachhaltigen Verbesserungen für Schifffahrt und Umwelt (Broschüre)

Projektvorstellung

Präsentation im Rahmen der Auftaktveranstaltung